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Buchtipps - Roman

Durch den historischen Roman „Eine Frage der Zeit" über das Schicksal des Schiffes „Graf Götzen" von der Papenburger Meyer Werft wird Alex Capus vielen Emsländern ein Begriff sein. In seinem neuem Roman über Susanna Faesch führt er uns 1848 von Deutschland nach New York und später quer durch das Land in den „Wilden Westen". Susanna, die als Kleinkind mit ihrer Mutter nach New York kommt, kann das angestrebte unabhängige Leben als Portraitmalerin führen und entwickelt großes Engagement für die indigen Völker Nordamerikas.

„Das kleine Frieren üben, weil irgendwann das große Frieren kommen wird." Dörte Hansen schreibt auch in ihrem dritten Roman wieder wunderbare Sätze, die das Leben und die Menschen auf den Punkt bringen. Diesmal führt uns eine Fähre zu einer ungenannten Nordseeinsel (mindestens eine Stunde, je nach Wellengang auch länger...) und wir lernen nach und nach die Mitglieder der alteingesessenen Familie Sander kennen. Ihre Schicksale, ihre Sehnsüchte und die unterschiedlichsten Interpretationen der klassischen Insulaner-Frage „Bleiben oder gehen?".

In der Emsmündung entdeckt ein Boot des niederländischen Grenzschutzes eine Leiche, die auf einer Sandbank angespült wurde. Da die steigende Flut droht, die Leiche fortzuspülen, wird sie von den niederländischen Beamten an Bord genommen und nach Delfzijl gebracht. Und damit beginnt erst mal ein bizarres Kompetenzgerangel, denn lag die Leiche bzw. die Sandbank jetzt im niederländischen oder deutschen Hoheitsgebiet?

Georg und Frau Lemke kennen sich schon lange, schon als Kind hat Georg bei ihr Zuflucht gesucht, wenn er es zu Hause nicht mehr ausgehalten hat. Und ebenfalls schon lange backt Frau Lemke jedes Jahr an Georgs Geburtstag einen Schokokuchen und sie verbringen den Tag zusammen. Doch in diesem Jahr liegt ein Schatten über der geburtstäglichen Kaffeetafel.

Harmonie ist 26 und hat das Tourette-Syndrom. Ihre unkontrollierten Bewegungen und unflätigen Bemerkungen machen ihr das Leben oft zur Hölle. Und Harmonie benötigt dringend einen Job! Fleur ist 76, übergewichtig, leidet unter Panikattacken und meidet soziale Kontakte. Für ihren ebenfalls übergewichtigen Mops Mylord, ihren einzigen Vertrauten, braucht sie einen Hundesitter.

Merry arbeitet viel und kümmert sich zuhause um ihre MS kranke Mutter und ihren kleinen Bruder, der das Down-Syndrom hat. Ihr Vater ist beruflich viel unterwegs. Merry ist gestresst. Der Job in ihrer Firma ist unsicher und der unsympathische Junior-Chef ist ständig unzufrieden mit ihr.  

Mit über 50 Jahren steht Franziska mit einem Rucksack wieder vor ihrem Elternhaus, das sie vor so vielen Jahren im Zorn verlassen hat und seitdem nur selten zurückgekehrt ist. Selbst nach dem Tod der Mutter hat sie sich nur sporadisch bei ihrem Vater Heinrich gemeldet, zu groß die Trauer, sich nicht mehr mit der Mutter ausgesöhnt zu haben und zu groß die Differenzen mit ihrem Vater. Nun ist der Vater alt und benötigt Unterstützung und Franziskas Schwester Monika, stets die vernünftige, vorbildliche Tochter, ist nach einem Zusammenbruch in der Klinik.

Marie wächst in Krakau bei ihrem Vater, einem erfolgreichen und engagierten Arzt, auf. Es ist das Jahr 1939 und das kommende Unheil kündigt sich an... Marie, 17 Jahre alt, möchte unbedingt Medizin studieren und Ärztin werden, doch sie stößt damit nicht nur bei ihrem Vater auf Widerstand! Doch noch etwas anderes treibt Marie um. Ihre Mutter verschwand, als Marie noch ganz klein war und sie hat keine Erinnerung außer an ein Märchen, das ihre Mutter ihr immer vorgelesen hat. Und ihr Vater schweigt beharrlich, nicht mal den Namen der Mutter nennt er ihr.

Als Robert Schneider in den 90er Jahren mit „Schlafes Bruder" einen Hit landete, da war ich in der Ausbildung zur Buchhändlerin. Ich habe das Buch gelesen und dann habe ich den Film gesehen und ich glaube nicht, dass ich das ganze begriffen habe – aber ich hab es so sehr geliebt! Literatur muß dich treffen, das sehe ich heute noch so.

Seit dem Tod von Jonas vor über 20 Jahren ist viel Zeit vergangen, doch die fünf Frauen, die damals in seinem Leben eine Rolle spielten, haben immer noch Kontakt zueinander. Da ist zum einen seine Mutter Marianne, inzwischen über 80, die immer noch mit dem tragischen Tod ihres Sohnes hadert. Und dann sind da Ellen, Johanna, Luise und Freddy, einst Freundinnen, Partnerinnen, Mitbewohnerinnen, Bandkolleginnen..., Inzwischen um die 50 und eigentlich im Leben angekommen, stehen doch alle an einem Wendepunkt in ihrem Leben.